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Gampel Openair 2005
20 years Gampel
on the rocks so die viel versprechende Aufmachung des diesjährigen Gampel OpenAirs. Zum Geburtstag schenkten sich die Organisatoren ein grösseres Gelände sowie eine 22h-Partyzone mit integrierter dritter Bühne. Im Vorfeld des Festivals wurde viel über das Programm diskutiert, den meisten war es entweder zu langweilig oder zu viel Kommerz.
Die eigentliche Geburtstagsfeier fand am Donnerstag mit einem extra kreierten Jubiläumsprogramm statt. Eingeladen waren Künstler und Bands die während den letzten 20 Jahre Gampel zu überzeugen vermochten. Ein erstes Highlight des Donnerstags war sicherlich die einheimische Sängerin Sina, welche ihr Konzert mit den Mundartgrössen Kuno Lauener (Züri West), Ritschi (Plüsch) und Polo Hofer verfeinerte. Diese vier Künstler ein Ech schänke der mis Härz (Züri West) interpretieren zu hören, ist doch etwas sehr spezielles. Weiter ging es dann mit den deutschen Metall-Rocker von Die Happy und den ebenfalls aus Deutschland stammenden Reamonn, wobei bei letzteren natürlich der Hit Supergirl nicht fehlen durfte. Die wirklichen Hauptacts des Abends waren dann der sehr fitte Joe Cocker sowie der Reggae Altmeister Jimmy Cliff. Dieser brachte die Menge bei der Bühne 2 so richtig ins Schwitzen und Mitsingen. Hey, bei welchem anderem Künstler sonst kennt man alle Songs ohne zu wissen dass sie von ebendiesem sind? Mir erging es jedenfalls so. Jedenfalls gehörte das Konzert von Jimmy Cliff zu einem der besten Konzerte des Festivals. Zum Abschluss des Abends zeigten dann die Pop-Rocker von Liquido noch, das sie viel mehr als nur Narcotic sind.
Der Freitag begann mit einer ersten Neuentdeckung an. Gingala aus Genf brachten mit ihrem innovativen Ska-Dub-Reggea-Jazz und babylonischem Sprachenwirrwar (Französisch, Spanisch, Englisch, Arabisch, Russisch) das Publikum zum Staunen und Tanzen.. Während die Berner Open Season eher mit altgebackenen daherkam, gewannen am Abend die charismatischen Sportfreunde Stiller die Zuhörer sofort für sich. Mitsinghymnen wie Ein Kompliment, Ein kleiner Schritt, Ich, Roque oder Siehst du das genauso folgten Schlag auf Schlag. Dass man das Publikum mit herumalbern ebenso gut Unterhalten kann, bewiesen die drei Deutschen eindrücklich. Musik der härteren Gangart schlugen dann die Metaller KoRn an, wobei das mehr oder weniger originelle Cover von Pink Floyds The Wall den Höhepunkt darstellte.
In den ersten zwei Tagen wurden die OpenAir Gänger mehr oder weniger vom Regen verschont, um so mehr fiel dafür das himmlische Nass am Samstag vom Himmel. Nachdem die britische PunkRock Band A noch bei einigermassen gemässigtem Regen spielen konnte, goss es bei Wir sind Helden wie aus Kübeln. Dies konnte aber weder die Band, welche in Regenschützen und Gummistiefeln auf die Bühne kam, weder die vielen Fans vor der Bühne das hervorragende Konzert vermiesen. Im Gegenteil: Selbst als ein Teil der Instrumente ausfiel, improvisierte die sympathische Sängerin Judith als ob nichts wäre und hielt das Publikum bei Laune. Die melancholische Rock Gruppe Archive erfreute daraufhin auf der trockenen zweiten Bühne mit einem guten Konzert. Der eigentliche Headliner des Abends, Mister Bombastic Shaggy, hinterliess bei vielen ein eher zwiespältigen Eindruck.
Am Sonntag um elf Uhr Morgens wurde durch die 24-köpife Mambo Formation El Tattoo del Tigre der letzte Festivaltag eingeläutet. Mit ihrer durchaus tanzbaren Musik weckten sie die noch müden Festivalbesucher und Besucherinnen. Der Berner Chöngeli-Züchter Blusbueb brachte daraufhin die Menge zum lachen. Mit seiner überspitzten und selbstironischen Art zweigte er Gölä, wer die Nummer eins im Mundartrock ist. Und: Wer sonst singt so ungezwungen vom Scheissen oder dirigiert seine Band in einem Hühnergegacker - Acapella Chor? Härter zur Sache ging es dann mit dem Rock der ehemaligen Hollywood Schauspielerin Juliette Lewiss und ihren Licks. Sie verstand es sehr gut das junge Publikum aufzuheizen und scheute denn Hautengen Kontakt mit demselbigen kein bisschen. Mit einer soliden PunkRock Show noch mehr aufheizen konnte dann Armin von der Berliner Band Beatsteaks. Ausflüge in die Menge gehörten beinahe zu jedem Song. Bei Liedern wie Hello Joe oder Idont care as long as you sing oder den Cover Versionen von den Bestie Boys (Sabotage) und Sublime (Badfish) zeigten sie, wieso sie zu den besten live Bands Deutschlands zählen. Zum Abschluss des diesjährigen Gampel OpenAirs spielten dann die Söhne Mannheims auf der Hauptbühne. Viele Besucher jedoch waren zu diesem Zeitpunkt wohl aber bereits auf dem Heimweg. So auch ich mit dem Eindruck dass die diesjährige Jubiläumsausgabe sicherlich nicht so schlecht war wie Anfangs vermutet.
27.8.2005 Sw; Update 27.8.2005 Sw
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