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Beckett on Film Ein herausragendes, leider in unseren Landen nur wenig beachtetes Projekt bringt uns Samuel Becketts sämtliche Bühnenstücke auf die heimischen Fernsehschirme. Auch wenn einigen Kritikern die Haare zu Berge stehen, eine tolle Gelegenheit Becketts Universum zu erforschen hat sich hier eröffnet. Manche mögen sagen, dass so die Interaktion zwischen Publikum und Bühne völlig verloren geht, etwas was gerade bei Samuel Beckett wichtig sei, ein Kommentator im Bonusteil der DVD bringt es auf den Punkt; "Das schlimmste was Beckett hervorgebracht hat sind seine Kritiker (oder Kenner) die meinen zu wissen was Beckett ist". Aber die meisten normal Sterblichen werden es kaum schaffen alle 19 Theaterstücke ob länger oder kürzer, Live auf der Bühne in einem Theater ihres Vertrauens zu sehen. Für Theater-Fans und insbesondere natürlich für Beckett Fans eine gute Gelegenheit diese Lücke zu schliessen. Die kritischen Stimmen werden ein wenig ruhig gestellt, da es sich bei den meisten Verfilmungen um Inszenierungen handelt welche für die Theaterbühne erarbeitet wurden und auch bereits auf den Brettern die die Welt bedeuten aufgeführt wurden (v.a. im Gate Theater, Dublin) Beckett war nicht nur was die Sprache anbetrifft ein Erneuerer, sondern auch was die visuelle Umsetzung seiner Stücke anbetrifft, setzte Beckett neue Massstäbe, dabei nicht nur was die Bühnenbilder sondern auch was die Genauigkeit der Bewegungen der Schauspieler anbetrifft. Becketts Inspirationsquellen für viele seiner Theaterstücke lassen sich auf sein Interesse für die Malerei zurückführen, er war Zeitlebens ein begeisterter Museumsbesucher und nutzte seine Reisen als Gelegenheit bestimmte Gemälde zu besuchen. Sein Aufenthalt im Vorkriegsdeutschland diente hauptsächlich solchen Besuchen, dank einiger Galerien- und Sammlungsbesitzer kriegte er sogar Gemälde zu sehen die zu der Zeit in Nazi-Deutschland bereits aus den öffentlichen Institutionen verbannt waren. Zum Beispiel wird als Inspiration für "Warten auf Godot"; Caspar David Friedrichs Gemälde - "Zwei Männer in Betrachtung des Mondes" genannt. Bei "Not I" handelt es sich um zwei Quellen zum einen das Gemälde Die Enthauptung Johannes des Täufers gesehen während des Urlaubs in der Kapelle der Johannes Kathedrale von Valletta Carvaggias auf Malta zum anderen die Beobachtung einer einsamen Gestalt in El Jadida (Marokko) verhüllt von einem Djellaba. Auch bei den anderen Stücken kann man zuweilen Ähnlichkeiten oder zumindest Zitate von Malern (Blake, Man Ray, Rembrandt, Vermeen) finden. Beckett wurde mit den Jahren ein Kunstkenner und hatte diverse Freunde welche Maler waren u.a. die Brüder van Velde und auch Avigdor Aikha, auch mit Alberto Giacometti war Beckett bekannt. Daher war die visuelle Umsetzung für Beckett von zentraler Bedeutung und deswegen ist es eine Bereicherung die Theaterstücke nicht nur zu lesen sondern zu sehen. Ein weiterer Punkt der dafür spricht Becketts Stücke zu Gesicht zu bekommen, betrifft etwas, was ich für eine der Essenzen von Becketts Werk halte und zwar nicht nur von dessen Bühnenwerk sondern auch für die Prosaarbeiten, die Stille. Etwas was in seiner ganzen Beruhigung aber auch Bedrohung in der Buchfassung eines Theaterstückes nie erfasst werden kann, wo einem lediglich die Hinweise Pause, er zögert oder ähnliche Bezeichnungen zum inne halten anregen, dies aber ohne zeitliche Angabe. Bei einer Inszenierung aber kann man die ganze Stille ausschöpfen. Hinzu kommt dass auch die Besetzung der einzelnen Verfilmungen nicht von schlechten Eltern ist. Den 19 Stücken wurde jeweils ein Regisseur zugeteilt, darunter finden sich Namen wie; Anthony Minghella (Talented Mr. Ripley), David Manet (Wag the Dog), Patrizia Rozena (When Night is Falling), Neil Jordan (Interview with a Vampire), welche mit Namhaften Schauspielern zusammenarbeiten: Alan Rickman, Kristin Scott Thomas, Jeremy Irons, Julianne Moore, John Hurt, John Gielgud u.a.. Alle Stücke werden in der englischen Fassung aufgeführt, einige Stücke sind im Original allerdings auf Französisch verfasst, dies ist nicht weiter schlimm da Samuel Beckett die meisten Werke selber Übersetzt hat. Samuel Beckett wurde am 13. April 1906 in Dublin geboren. Am Trinity College studierte er Französisch, Italienisch und Neuere Literatur. Von 1928 an lehrte er zwei Jahre Englisch an der Ecole Normale Superieure in Paris. Während dieser Zeit lernte er James Joyce kennen, der seine Hinwendung zur Literatur entscheidend beeinflusst. 1937 siedelte Becket nach Paris über. Während des Krieges engagierte er sich in der Resistance. Sein Roman Molloy war das erste Werk, das er in französischer Sprache verfasste. 1969 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Beckett starb am 22. Dezember 1989 in Paris. |
Regie: Diverse Medium: DVD Sprache: Englisch Preise: 'Best TV Drama' award at the sixth South Bank Show Awards ceremony Bemerkung: Alles verfilmten Bühnenwerke sind in Buchform erhältlich Theaterstücke Szenen, Prosa, Verse, im März erscheint beim Suhrkamp Verlag Nacht und Träume Gesammelte kurze Stücke. Die Bücher sind sehr praktisch da die DVDs keine Deutsch Untertitel enthalten, also Buch fassen und Nachlesen. Besprechungen: Die Besprechung des Buches «Endspiel» findet ihr hier::.. |
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Besprechung: 11.01.2006 / Pb Update: |
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| Offizielle Website: www.beckettonfilm.com |
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