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Albert Camus
Weder Opfer noch Henker
zum Buch:
Im kleinen Büchlein (7,5 cm breit, 11,5 cm hoch, 130 Seiten, Kosten: 5 SFr.) «Weder Opfer noch Henker» unternimmt Camus den Versuch, die Probleme der politischen Lage nach dem zweiten Weltkrieg zu analysieren, Kommunismus versus Kapitalismus, und Auswege zu finden. Dieser ganze Essay liest sich, wenn einige Namen und Begriffe geändert werden, wie eine Analyse unserer heutigen Situation. Camus überlegt sich eine neue Weltordnung, in der jeder Einzelne Verantwortung, auch über die Landes- und Ego Grenze hinweg, übernimmt, und er kämpft für eine vollumfängliche Meinungsfreiheit. Zudem nimmt er die Diskussion über die UNO voraus, die nun im laufe des Irak Krieges entbrannt ist, beklagt bereits kurz nach der Gründung der UNO ihre undemokratischen Abstimmungverfahren.
Für Albert Camus gibt es zwei Möglichkeiten, wie die Welt zu regieren ist, entweder durch die Diktatur eines Staates oder einer Regierung, oder durch die Demokratisierung und vollumfängliche Anerkennung der UNO, ohne Veto Recht, mit dem gleichen Recht für alle oder keinen. Vorallem aber mit den Möglichkeiten, die Länder zu verurteilen, die sich nicht an die abgemachten Rechte halten.
Das Jahrhundert der Angst, das Camus im 20. Jahrhundert gesehen hat, wirft seinen Schatten auf unser gerade erst begonnenes Jahrhundert, die euphorische Stimmung der 90er Jahre scheint nun relativiert zu sein und auch die letzen haben bemerkt das , dass Leben auch im 21. Jahrhundert weiterläuft.
Bereits am Anfang des Buches entlarvt Camus das damalige Weltbild als eine notwendige Utopie, erschaffen durch die jeweilligen Erfahrungen und Einflüsse. Es ist egal ob die Utopie kapitalistisch oder kommunistisch ist, beide legitimieren den Tod eines Menschen zugunsten einer von ihnen verkündeten besseren Welt. Die Parallelen zur heutigen Situation, Terrorismus gegen westlichen Kapitalismus, der sich nach dem Untergang des Kommunismus Ende der 80er Jahre als Sieger wähnte, sind unübersehbar.
So hilft uns vielleicht ein Text der vor 57 Jahren verfasst wurde, über die momentane Ratlosigkeit hinweg. Und wir dürfen wählen, welche Utopie wir Leben wollen.
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