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Samuel Beckett
Endspiel
zum Buch:
Ein Stück mit einem kleinen bisschen Hoffnung, aber kaum Trost.
Endet es? Wird es enden? Oder ist es bereits zu Ende? Diese Frage steht nicht nur zu Beginn des Stückes im Mittelpunkt, sondern zieht sich, wie der Titel bereits verrät, durch das ganze Werk hindurch. Hamm der, da er nicht gehen kann, in der Mitte der Bühne auf einem Rollstuhl sitzt, lebt zusammen mit seinem Adoptivsohn bzw. Diener Clov (dieser kann sich nicht setzen), in einer Art absurden Arche Noah. Ausserhalb dieser Wände existiert nichts und wird wahrscheinlich auch nie mehr etwas existieren. Auch die zweifelhaften Versuche von Clov, Samen zum keimen zu bringen, fruchten nicht. Im hinteren Teil, versteckt in zwei Mülltonnen, leben die Eltern von Hamm. Nell, die Mutter, stirbt später. Hamm wie auch Clov sind beide voller Hoffnung. Hamm hofft, dass es nun endlich mit allem zu Ende geht, was sich in den Äußerungen, die er zu Clov bezüglich der in der Küche gefundene Ratte macht oder auch über den Floh, den Clov in seiner Unterhose findet. Hamm befiehlt diesen zu töten, da er sich sonst weiter entwickeln könnte. Die Eltern beschuldigt er, ihn überhaupt gezeugt zu haben und dadurch dieses Elend zu verantworten. Er trauert auch nicht wirklich um die Mutter als diese stirbt, und der Vater dient im nicht zu viel mehr, als zur Projektionsfläche seiner Beleidigungen. Clov hingegen hofft, dass es noch weitergeht, und dass dies vielleicht noch nicht das Ende ist. Er will Pflanzen züchten und sorgt sich, ohne sich vor Hamm blosszustellen, um eine Ratte und als er, (ob er halluziniert erfahren wir nicht) einen Knaben sieht, schöpft er erneut Hoffnung.
Immerzu spricht er davon, Hamm zu verlassen und findet bis zum Schluss den Mut dazu nicht. Die gegenseitige Abhängigkeit von Clov und Hamm wird im ganzen Stück subtil angedeutet, kommt aber vor allem am Schluss zum tragen, als Clov, bereits mit Hut und Mantel bekleidet, an der Türe steht und Hamm immer noch verzweifelt versucht, ihn bei sich zu behalten und Clov seinerseits alle Wünsche Hamms weiterhin erfüllt. Das Stück zeichnet sich vor allem durch den sarkastischen Humor aus, den es versprüht. Das Lachen bleibt einem des öfteren im Halse stecken. Es ist eine Farce auf die Apokalypse-Geschichten aber auch auf die Schöpfungsgeschichte. Beckett verwendet verschiedene biblische Zitate wie das «Vater unser» und Hamm ist ein Sohn in der Nachfolge Noahs.
Samuel Beckett schrieb die erste Fassung des Theaterstücks 1954 / 1955 auf Französisch. Es war das Theaterstück das nach «Warten auf Godot» folgte, mit welchem Beckett den grossen Überraschungserfolg der Nachkriegsliteratur schaffte. Im Mai 1956 war das Stück abgeschlossen, 1957 wurde es in einem privaten Theater in London uraufgeführt (auf Französisch). Die Uraufführung war eigentlich in Paris geplant, aber verschiedene Probleme mit den Theatern und der Besetzung haben zu Verzögerungen geführt. Erst 1958 wurde eine Aufführung in einem staatlichen Theater in London von der Zensurbehörde bewilligt. Aus ähnlichen Gründen weigerte sich Samuel Beckett mehrere Jahre lang, seine Theaterstücke in Irland aufführen zu lassen. «Endspiel» wie auch «Warten auf Godot» gehören mittlerweile zu den wichtigsten Theaterstücken des vergangen Jahrhunderts und werden auch heute noch häufig aufgeführt. Die so typischen absurden Ausgangssituationen die Samuel Beckett in fast all seinen Werken verwendet, haben keine zeitlichen Einbussen erlitten.
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Autor:
Samuel Beckett
Stil:
Theater
Land:
Irland
Veröffentlichungen:
Warten auf Godot
Murphy
Molloy
Malone stirbt
Mercier und Camier
Watt
Wie es ist
Glückliche Tage
Besprechungen: Die Besprechung der DVD-Sammlung «Beckett on Film» findet ihr hier::.. |